Die Belletristen

Erzählkunst in allen Formen und Farben

Rezension: Jack O’Lantern

Schon wieder eine Rezension? Jawollja! Heute nehme ich mir Jack O’Lantern vor, ein Hörspiel von Sascha Kubath unter dem Label von Hoerspielprojekt.de!

Buch:

Die Handlung basiert auf der Legende von Jack O’Lantern. Der Hufschmied Jack, ein windiger Bursche, trifft in einer Kneipe auf den Teufel, der ihn holen will. Mit Glück und Bauernschläue versucht sich Jack aus dieser Situation zu befreien. Es beginnt ein Katz-Maus-Spiel zwischen Jack und dem Teufel.

Sehr einfallsreich, frische und authentische Dialoge, fein geschliffene Worte – wirklich saubere Arbeit! Hier wurde der Ausgangsstoff sehr gut aufgegriffen und viel besser weiterverarbeitet. Die Legende an sich gibt nämlich keinen so spannenden Plot ab (wie die meisten Legenden). Was zählt, ist die Dramaturgie – und die funktioniert hier tadellos. 

Sprecher:

Ich wage es: dies sind die bisher besten Rollen von Felix Würgler und Andreas Hegewald!!! Beide sprechen hier voller Spielfreude und Professionalität. Bei Felix Würgler bescheinige ich sogar, bisher keinen besseren Teufel in einem Hörspiel gehört zu haben (auch nicht Klaus-Dieter Klebsch). Andreas liefert hier einen glaubwürdig unglaubwürdigen Hansdampf mit Bauernschläue – sehr schön! Die Nebenrollen agieren auch grandios. Jamie Leaves wie immer sehr authentisch. Sevgi Cömert hatte ich bisher noch nie gehört, sie hat mir auch gefallen. Matthias Reppisch gibt einen hervorragend wütenden Ryan ab – zumindest für meine Ohren, denn seine Interpretation der Rolle trifft sicherlich nicht Jedermanns Geschmack. Jens Ohrenblicker war als Erzähler eine gelungene Wahl. 

Schnitt:

Ich könnte dasselbe schreiben wie beim Buch, bis auf die geschliffenen Worte natürlich. Stil und Handwerk des Schnitts haben mir sehr gefallen, besonders aber die hervorragend trashige Prügelei: „Nimm dies, und das, aua, ah…“, zusammen mit den flinken Schlaggeräuschen war das zum Brüllen! Abgesehen davon bin ich beeindruckt, wie schnell und wie gut hier der Schnitt von Statten gegangen ist. In gerade mal 22 Tagen ist dieses Hörspiel entstanden.

Musik:

Subtil und stimmig. Die Musik passt sich gut ins Werk ein, spielt aber keine vordergründige Rolle. Hier wäre sicherlich noch mehr möglich gewesen, vor allem vor dem Hintergrund irischer Musik. 

Cover:

Eine schöne Zeichnung, noch dazu mit Halloween-Bezug in der Schriftart.

Fazit:

Sehr unterhaltsames, einfallsreiches Hörspiel mit Top-Besetzung.

R. M. Beyer

Über Martin Beyer-Festerling

Dipl.-Berufspäd. Martin Beyer-Festerling hat Medizin- und Pflegepädagogik sowie Philosophie an der TU Dresden studiert. Er schreibt Hörspielskripte und Kurzgeschichten, betätigt sich aber zudem als Sprecher und produziert hin und wieder Hörspiele.

2 Kommentare zu “Rezension: Jack O’Lantern

  1. diebelletristen
    13. Januar 2012

    Die Kommentare sind informativ verfasst, jedoch wäre eine ausführlichere Schilderung der Handlung wünschenswert. Du willst ja den Leser für das Stück interessieren, und die Handlung ist nun mal das wichtigste. Ohne das, weiß ich ja gar nicht um was es geht.

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  2. R. M. Beyer
    13. Januar 2012

    Guter Hinweis. Ich habe einen entsprechenden Absatz eingefügt. Zu viel verraten will ich aber nicht.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 12. Januar 2012 von in Aktuelles, HÖRSPIEL_truhe und getaggt mit , , .

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