Die Belletristen

Erzählkunst in allen Formen und Farben

Rezension: Rick Future 3.2 – Das Herz einer Welt

Es geht weiter mit Hörspielrezensionen. Rick Future ist die Vorzeige-Reihe des Hoerspielprojekts, nicht allein wegen der hohen Qualität (andere Hörspiele erreichen diese auch), sondern vor allem wegen der langen Historie und der Stetigkeit, mit der neue Folgen produziert werden. Mittlerweile gibt es 15 Rick Futures, einige Sonderfolgen und sogar eine Neufassung, die sich zur Zeit in Produktion befindet. Für heute wird es genügen, Rick Future 3.2 – Das Herz einer Welt aufzugreifen.

Skript:

Um das Material zu finden, aus dem Evi gemacht wurde, fliegen Rick Future und Kollegen den Planet der Oludaner an. Dort werden sie auch schon mehr oder weniger freundlich von Pekulos und Kael empfangen. Letzterer spielt ein doppeltes Spiel und nutzt zur Durchsetzung seiner Interessen gegen den Bewahrer Johykal ein zweifelhaftes Druckmittel: das Inextapholum (jetzt bitte Zungen entknoten). Aber auch für Evi steht einiges auf dem Spiel… mehr soll nicht verraten werden.

Der Plot ist spannend, weil er eine Bedrohung aufrecht erhält, die dann in Katastrophe gipfelt (in dem Sinne: Tolkien’scher Stoff). Die Dialoge sind größtenteils natürlich und einfallsreich. Allenfalls hätte ich mir gewünscht, dass der Bewahrer Johykal in einer Szene eingeführt wird, in der man deutlich sieht, welchen persönlichen Hintergrund er hat und welch wichtige Aufgabe in seiner Hand liegt. So wird es lediglich erzählt. Aber alte Erzählerschule sagt: „Zeigen statt Erzählen“. Dadurch wäre vielleicht die Johykal-Kael-Szene spannender geworden. Noch eine Kritik, oder – um es mit Kael zu sagen – „nennen wir es einen kleinen Verbesserungsvorschlag“: ein paar Dialoge waren mir zu lang und zu text-lastig. Vielleicht müsste mehr Handlung (im Sinne von: etwas machen) in diese Dialoge, damit sie dynamischer werden. Außerdem sind einige kleine Wiederholungen von Formulierungen aufgefallen. Nach wie vor haben wir es hier aber mit einem sehr guten Skript zu tun.

Sprecher:

Die Sprecherleistung ist natürlich schwer zu beurteilen, wenn man selbst dabei war. Ich fand alle Sprecher sehr passend für ihre Rollen. Die üblichen Verdächtigen Sven Matthias, Ralf Pappers, Michelle Martin, Tom Steinbrecher und Sabrina Heuer leisten hier gewohnt gute Schauspielarbeit. Detlef Tams und Markus Haake sprechen einige besonders gelungene Passagen. Mir ist wirklich keine unpassende Rolle in Erinnerung: auch Hans-Peter Stoll als Pekulos konnte mit unterwürfiger Dienerhaltung glänzen. Besonders hervorheben will ich vielleicht noch Werner Wilkening. Der spielt mich in einem Dialog glatt an die Wand. Markus Raab spricht in dieser Folge deutlich flotter als zuvor, was dem Fluss des Hörspiels dient, manchmal aber auch am Hörer vorbei fließt. Dennoch gefällt mir diese Erzählweise nun deutlich besser. Alle Sprecher: Daumen hoch! 

Schnitt:

In Skript und Schnitt sind wir ja mittlerweile von Sven Matthias gute Qualität gewöhnt, trotzdem will ich das noch mal herausstellen. Zwar hatte ich keine Kopfhörer zur Hand, aber mir ist kein Mangel aufgefallen, im Gegenteil: aus unterschiedlichen Mikros und unterschiedlichen Aufnahmebedingungen einen einheitlichen Sound zu machen, ist hier einmal mehr gelungen. Lediglich der etwas schroffe Einstieg gefiel mir nicht – hier ging es mir, für eine epische Reihe, einfach zu schnell und zu prompt.

Musik:

Die Musik kann als gelungen angesehen werden. Sie passt sich meistens in die Szenen hervorragend ein und trägt die Stimmung, wo immer es nötig ist. Hier und da wäre noch ein dramatischer Einwurf möglich gewesen, aber im Großen und Ganzen: gute Arbeit! 

Cover:

Hey, zumindest hat es meine Rolle auf das Cover geschafft. Mal abgesehen von diesem kleinen Sieg, erstrahlt das Cover im gewohnten Stil und transportiert das Wesentliche der Geschichte, ohne zu viel vorweg zu nehmen. 

Fazit:

Ein äußerst guter Gesamteindruck und eine ausgezeichnete Außenwerbung für Hoerspielprojekt.de!

R. M. Beyer

Über Martin Beyer-Festerling

Dipl.-Berufspäd. Martin Beyer-Festerling hat Medizin- und Pflegepädagogik sowie Philosophie an der TU Dresden studiert. Er schreibt Hörspielskripte und Kurzgeschichten, betätigt sich aber zudem als Sprecher und produziert hin und wieder Hörspiele.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 16. Januar 2012 von in Aktuelles, HÖRSPIEL_truhe und getaggt mit , , .

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