Die Belletristen

Erzählkunst in allen Formen und Farben

Warum spielen Menschen?

pcspiele_breit

Diese Frage kann und möchte ich hier natürlich nicht stellvertretend für uns alle beantworten, aber aus meiner Erfahrung heraus und den Gedanken zu diesem Thema sollte nun mein erster Beitrag in dieser erlesenen Runde entstehen. Erwähnen möchte ich hierbei, dass sich viele Philosophen und Denker seit Aristoteles und sicher auch schon einige vor ihm über diese Frage nachgedacht haben und daher schon unzählige Gedanken, die ich allerdings weder alle nachlesen noch hier wiedergeben möchte.

Mit Spielen meine ich dabei nicht 10-Minuten-Beschäftigungen für zwischendurch oder die unzähligen Facebook-/Browser-/Handyspiele, die meist den Tiefgang eines Tretbootes besitzen und daher von vielen Gamern schon fast verachtet werden. Vielmehr geht es um Spiele, die über den ersten Versuch hinaus beschäftigen, über die man sich austauschen kann, kontrovers diskutieren, wo oft schon in den Anfangsminuten deutlich wird: wow, hier steckt einiges dahinter. Diese Spiele, an denen man auch nach Wochen oder Monaten noch neue Seiten und Herangehensweisen entdecken kann. Im Wesentlichen meine ich hiermit PC-Spiele, aber auch Brett- & Kartenspiele und auch diverse Formen sportlicher Aktivität.

„Mögen die Spiele beginnen!“

Ein wichtiger Effekt, den Spiele mit sich bringen würde ich mit Entspannung überschreiben oder anders ausgedrückt: Ablenkung vom Ernst des Lebens. Es geht darum, seinen Geist nach einem anstrengenden Tag oder kräftezehrenden Projekt mit etwas (oftmals) ganz anderem zu beschäftigen, als das Arbeits- oder Studentenleben so mit sich bringen. Noch weiter gefasst geht es vielleicht dem einen oder anderem darum, für einen Moment aus dem Leben zu entfliehen. Auf der Suche nach Idylle oder Abenteuern und Gefahr – je nachdem, was dem Einzelnen im seinem Leben fehlen mag. Hierfür können insbesondere PC-Spiele großartige Erlebnisse bieten und ganze Welten erblühen lassen, genannt seien beispielsweise Herr der Ringe Online und die Elder Scrolls-Reihe.

Gerade in Rollenspielen, wie in Skyrim, dem fünften Teil von Elder Scrolls kann man sich wunderbar in die Welt einfühlen und diese erforschen, Abenteuer suchen, Kämpfe meistern und natürlich die Welt vor einer furchteinflößenden Bedrohung retten, kurzum einfach mal ein Held sein. Klar könnte man auch einfach raus gehen und den nächstgelegenen Wald erforschen, aber es ist nun mal unwahrscheinlich, dort ein legendäres Schwert oder eine Gruppe gefährlicher Nekromanten zu finden. Dann bleibe ich doch lieber dabei, im Wald nach Pilzen Ausschau zu halten und die großen Abenteuer mit meinem virtuellen Alter Ego zu suchen.

Onlinespiele (z.B. Guild Wars, Star Wars: The Old Republic oder der Primus World of Warcraft) ermöglichen das gemeinsame Spielen mit Tausenden anderer Menschen auf der ganzen Welt. In Clans (hier bin ich drin) und Gilden kann man recht einfach mit Menschen zusammenkommen, die gleiche Interessen haben und mit ihnen gemeinsam virtuelle Welten durchstreifen. Jederzeit mit anderen gemeinsam Spaß zu haben, gemeinsam zu siegen oder unterzugehen, sich über gelungenen Manöver freuen und auch mal zu fluchen ist sicher eine der größten Errungenschaften der MMO-Ära. Hier unterhalten sich unzählige Gamer im Teamspeak, tauschen sich in Foren aus und entwickelten sich aus dem jeder-macht-für sich-allein Spielen über LAN-Partys hinaus.

Spaß – steht beim Spielen natürlich immer ganz vornan, denn Spiele motivieren ja intrinsisch, aus sich selbst heraus. Die Belohnung dafür sind im Großen und Ganzen positive Emotionen, zumindest sollte es so sein. Es ist, ich hoffe ihr stimmt mir zu, einfach eine der schönsten Freizeitbeschäftigungen mit Freunden zusammen z.B. eine Runde Dominion, Magic the Gathering oder etwas ganz anderes zu spielen. Die Genannten wären 2 Vertreter jene (Karten-) Spiele, die scheinbar unendlich viele Möglichkeiten bieten, immer wieder zum Ausprobieren einladen und dabei herausfordernd sind – eine Art geistiges bzw. sportliches Kräftemessen ohne Folgen. Und wie neulich in einem Artikel der SZ zu lesen, lernen Kinder beim Spielen den Umgang mit negativen Emotionen wie Wut, Neid, Frust und das Verlieren selbst. Dies zu trainieren ist, denke ich, nicht nur für Kinder eine gute Vorbereitung für Fehlschläge und Niederlagen, die jeder unweigerlich erleben wird.

„Das Schicksal mischt die Karten, wir spielen.“ (A. Schopenhauer)

Letztendlich ist Spielen nur eine Form von Aktivität, die Entscheidungen innerhalb eines bestimmten Reglements erfordert und im Gegensatz zum „echten“ Leben (Reallife in der Gamersprache) keine nachhaltigen Konsequenzen nach sich zieht. In diesem Sinne kann man es gewissermaßen als Training für das wahre Leben aufgreifen und dementsprechend nutzen. Oder umgekehrt, kann das Leben auch als Spiel mit zugegebenermaßen vielen (sozialen, gesetzlichen, politischen, impliziten und expliziten …) Regeln durchgehen, in dem es Entscheidungen, Siege und Niederlagen gibt. Wenngleich es hier immer Menschen geben wird, die sich nicht an diese Regeln halten.

Wenn ich nun für meine Freizeit die grundsätzliche Wahl zwischen einem Film, einem Buch und einem PC-Spiel hätte, würde letzteres wohl das Rennen machen. Verglichen mit einem Film oder Buch, in dem man der Geschichte nur passiv folgen (was natürlich auch ganz entspannend ist), kann ich in einem Rollenspiel beispielsweise selbst entscheiden: nehme ich die große Straße nach Süden oder nach Norden, helfe ich dem notleidenden Bauern oder erforscht mein Held lieber die vielversprechenden Ruinen im Osten. Abgesehen davon, dass es viele großartige Bücher und Filme gibt und sich eine solch vereinfachte Sicht fast verbietet, wollte ich nur deutlich machen, was mich persönlich so von diesem Medium fasziniert.

Egal ob nun auf dem PC, mit Freunden und Karten oder mit einem Fußball an der frischen Luft – ich möchte mit meinen Zeilen eure Spiellaune ankurbeln und wünsche eine schöne (Frei-) Zeit.

André Schöne

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2. Februar 2013 von in Aktuelles, SPIEL_box und getaggt mit , .

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