Die Belletristen

Erzählkunst in allen Formen und Farben

Trilogie vom Pinguin (1): Reise von Windorf nach Tuxland!

3432158101_2a89aace61_mEinige wissen es vielleicht: ich bin seit 8 Jahren mit Linux unterwegs und habe auch das verflixte 7. Jahr ohne Probleme und ohne Sehnsucht nach anderen Betriebssystemen überstanden. Die Frage stellt sich: Warum? In der folgenden Trilogie werde ich diese und einige andere Fragen beantworten.

Ich stelle mal voran, dass ich keiner dieser militanten Fanboys bin, die – sobald sie „win“ oder „dows“ oder sogar beides hören – die Trollaxt schultern und in die Schlacht ziehen. Mit Windows bin ich groß geworden, hatte meine erste Berührung damit Anfang der 90er, was sich dann über die verschiedenen Versionen Windows 3.1, Windows 95, Windows 98, Windows ME, Windows 2000 und Windows XP zog. Dann war diese Reise zu Ende. Was gefiel mir an meiner einstigen digitalen Heimat nicht?

Es wurde von Version zu Version augenfällig, dass Microsoft in einem grundlegenden Konflikt stand: die Basis, der Kernel, der Systemaufbau war veraltet, hätte dringend komplett neu entwickelt werden müssen, um den Anforderungen der Zukunft Stand halten zu können. Kein Problem, möchte man meinen, genug Man-Power ist ja da, aber leider hätte Microsoft damit komplette Inkompatibilität hervorgerufen. Alle bereits erschienenen Spiele, Programme & Treiber hätten für diese neue Plattform neu entwickelt werden müssen. Ein enormer Aufwand für die betreffenden Firmen und ein noch größeres Problem für Ämter & Betriebe, die plötzlich die gesamte Software-Infrastruktur auf das komplett neue Windows hätten ausrichten müssen, inklusive der nötigen Schulungen der Mitarbeiter zur Einarbeitung in dieses System.

Ich mache es mal kurz: bis heute schleppt Microsoft einen stinkigen, löchrigen Teppich mit sich herum und flickt und flickt und flickt, was zumindest nach vielen Erfahrungsberichten in Windows 7 & 8 etwas besser gelungen ist. Außerdem wurde mir Windows zu intransparent: zu viele ominöse Hintergrunddienste, zu viele ungefragte Automatismen, zu viel Frickelei durch Software & Treiber Dritter. Vor dem Hintergrund, dass Microsoft den mobilen Markt komplett verschlafen hat, gebe ich dem Unternehmen, wenngleich Windows 8 wohl besser gelungen ist, maximal noch 10 Jahre Marktdominanz im Desktop-Bereich. Apple leistet da zur Zeit, keinesfalls technologisch, wohl aber markt- und werbestrategisch sehr gute Arbeit. Bei Linux steht es umgekehrt: hier wird eine größere Verbreitung schwer möglich sein, weil zwar technologisch viel geleistet, aber wenig vermarktet wird, was letztlich auch in der Natur der Sache „Open Source“ liegt. Canonical (Firma hinter Ubuntu) versucht da gerade eine Wende herbeizuführen, aber ob der Erfolg flächendeckend sein wird, ist mehr als fraglich. Zurück zum Thema: ich packte letztlich meine 7 Sachen (Backup) und verließ das Windorf, um mich auf die Suche nach dem sagenumwobenen Tuxland zu machen.

Penguin Rescue_020

Penguin Rescue_020 (Photo credit: iliveisl)

Und dann? Ja dann kam der Pinguin! Darüber später mehr…

R. M. Beyer

Über Martin Beyer-Festerling

Dipl.-Berufspäd. Martin Beyer-Festerling hat Medizin- und Pflegepädagogik sowie Philosophie an der TU Dresden studiert. Er schreibt Hörspielskripte und Kurzgeschichten, betätigt sich aber zudem als Sprecher und produziert hin und wieder Hörspiele.

3 Kommentare zu “Trilogie vom Pinguin (1): Reise von Windorf nach Tuxland!

  1. werner wilkening
    16. Februar 2013

    … ja, lieber Martin:

    … ich meinerseits geh meist mit der win-axt auf solche los, die noch’n „doof“ ans „win“ hängen, und sich dann für besonders schlau halten: zu viele Mitrechner musst ich erleben, die zwar auf hochwertigsten Rechnern – Betriebssystemen – oder Weichware sitzen – aber ein‘ dann nicht nur fragen, wie man einen Drucker installiert, sondern auch, wie man denn mit dem Drucker denn drucken soll … andre, die fließend fachchinesisch sprechen – nur an ner simplen Bildbearbeitung sich die Finger abbrechen – oder grausliche Sounds kreieren und ebenso grauslich dazu grinsen.

    Gut – das nehme ich bei Dir mal nicht an, und auch bin ich – im Prinzip – aufgeschlossen für Changes – nur, was mich bei den LINUX-Jüngern immer leicht befremdet hat – die fast religiös-eifernde Missionsgemeinschaft einerseits, der stets besser-grinsende Expertenmodus, die Neigung zu politischer over correctness und andreseits – 1. was bringt LINUX wirklich . schneller? höher? weiter? – oder sicherer? und 2. wieviel kostet es (Zeit&Nerv) vom XP auf LINUX umzustellen, oder müsst ich da nun sämtliche Programme – entweder neu installieren, oder aussortieren, weil es keine LINUX-version der Selben gibt? Was ist mit der Hardware? – sound-& grafik? – laufwerk und harddisk? – alles wichtige Fragen! – was mich bisher abhielt, von meiner – relativ – sicheren XP-seite auf die unsichere LINUX-Seite zu gehen – oder täuscht‘ ich mich da? –

    mit dem Wunsch auf regen Austausch

    lg wer.n

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  2. R. M. Beyer
    16. Februar 2013

    Oh ja, lieber Werner. Deshalb bin ich auch nicht mehr in diversen Linux-Foren unterwegs. Es finden sich dort zwei Extreme: 1. der Laie, der nicht lesen will und viel, viel schlimmer: 2. der „Experte“, der nicht helfen will (was bei mir die Frage aufwirft, weshalb er sich in einem Forum rumdrückt). Auch hat sich hier und da tatsächlich so etwas wie Hoffart entwickelt. Kein schöner Zug. Ich hatte, muss ich zugeben, damals auch so eine Neigung, aber sehe die Sache mittlerweile offen und pragmatisch. Systeme sind (technisch wie politisch) stets kontextbezogen zu bewerten. Wenn sich unter gewissen Umständen, bei einem bestimmten Nutzer Windows/Apple/Linux besser eignet (vor allem bei Tontechnik), dann sei es so. Gibt kein Grund, anderen etwas aufzuzwingen. Und ZWANG ist ja eigentlich das Gegenteil von „freier Software“ also auch dem Gedanken von Open Source. Dementsprechend müssten konsequente Linuxer auch die Freiheit der Wahl akzeptieren, wenn sie Windows, Mac, etc. betrifft. So wie auch echte Demokraten – oh, eine gefährliche Meinung – Feinde der Demokratie dulden und ihnen allenfalls argumentativ begegnen sollten. Ein schlechter Vergleich, soll nicht heißen, dass Windows jetzt ein Feind der Demokratie ist. 🙂 Technik ist Technik, Politik ist Politik und Mensch ist Mensch. Das will ich nicht allzu sehr vermengen. So entstehen nämlich Technik-Religionen, wie es in der Tat hier und da bei Linux, heute aber auch vor allem bei Apple zu finden ist. Wenn Menschen ein Produkt mehr lieben als ihre Nächsten – ist das zumindest fragwürdig.

    Zurück zur Technik: Linux eignet sich nicht für alles und jeden. Das werde ich auch noch thematisieren, vor allem in Teil 3.

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    • werner wilkening
      16. Februar 2013

      … also. lieber Martin: ich bleib g’schpannt – ich selbst arbeite mit 2 Rechnern, der eine ist allerdings nur ein AufnehmRechner und hängt nicht am Internetz – braucht kein Firewall und auch kein Antvir/spam/troj/spy – kommt mit den Basic Programmen gut zurecht, der andere, hier, ist das Arbeitspferd – für die Text, Bild, Video und Tonbearbeitung und den ganzen Internet – schnick – schnack. Beide laufen noch auf XP – was sich, all-in-all, als recht robust und stabil erwiesen hat, trotz gelegentlicher Abstürze. Nun ist das Problem, dass ich den code für diese Maschine hier verlegt habe, d.h. falls es mal kracht, könnte ich sie nicht mehr neu aufbauen – allein deshalb überlege ich, wenigstens einen Rechner, also diesen hier, gelegentlich mal umzustellen – und da wäre LINUX vielleicht eine Alternative …?…

      Klar, der Mac ist noch immer Profistandard, Windows das Lieschen-Müller-Programm, LINUX ein Expertenforum, wo, soweit ich es beurteilen kann, sich mehr mit Softwareproblemen und programmier-chinesisch befasst wird, um ei’m Dinge zu präsentiern, die ich auf „Windoof“ ebenso gut hinkriege. Es liegt natürlich in der Natur der Sache, dass sich im www. am Ende eine Computersprache (+ 2 oder 3 andere) durchsetzt, die von jedem Rechner der Welt verstanden wird …?…

      … aber tatsächlich: ist schon ein auffälliges Phänonen, dass gerade „Konsum-Scheiß-Neuroticker“ plötzlich zum Markenfetischismus, oder sollte man sagen, -faschismus neigen? – nein, dieses Bier rühr ich-doch niemals an, diese Plörre! – jenen Tabak rauch ich nicht, kannst gleich wieder mitnehm‘!, den Milch-Müller würde man am liebsten gleich aufhängen; andre beziehen ihre Körner nur, direct, aus Fernst-Ost, wie das Teure Tofu und den Heiligen Tee – und klärn dich bald über die Unbilden der Globalisierung auf – oder rauchen Kette und kämpfen zugleich gegen Feinstaub etc. – und bald kommen sie dir mit: Demo-Kratie-Direct … aber das ist eine andere Geschichte, vielleicht braucht der Mensch ein Feindbild: ich habe meines schließlich auch gefunden, nämlich da, wo Leute sich hinter solchen verschanzen – ein weites Feld, vielleicht fällt Dir ja mal, wenn Du wieder Zeit hast, n kleines Hoerspiel dazu ein?
      alsö denn: ich bleib neu-gierig und lg wer.n

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 16. Februar 2013 von in Aktuelles, kontro_VERSE und getaggt mit , .

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