Die Belletristen

Erzählkunst in allen Formen und Farben

Trilogie vom Pinguin (3): Licht und Schatten

Wie bereits angekündet, folgt nun eine Pro-Kontra-Diskussion zu Linux im Allgemeinen, statt stupides Windows-Bashing zu betreiben. Wir wollen mit dem Guten beginnen. Es folgt erst einmal die TOP5 der Vorteile!

1. Linux ist sicher vor äußeren Angriffen! Viren werden hauptsächlich für verbreitete Systeme entwickelt, davon ist Linux derzeit nicht besonders betroffen. Nicht falsch verstehen: es GIBT Linux-Viren, aber sie sind selten wie rezente Quantenflosser. Außerdem bietet die Architektur (Eingriffe ins System benötigen Admin-Passwort) keine Allmacht für Viren.

2. Linux ist schnell! Hängt natürlich davon ab, welche Desktop-Umgebung man nutzt, so sind KDE und GNOME etwas hungriger als z.B. Xfce und Lxde, aber immerhin hat man hier die Wahl und ist nicht auf Gedeih und Verderb auf eine einzige Variante beschränkt und muss nötigenfalls nachrüsten, damit alles flüssig läuft.

3. Linux ist simpel & produktiv! Alle Distributionen bemühen sich mittlerweile um ein beinah komplett automatisches Wohlfühl-Programm. Man startet Linux und muss idealerweise weder Treiber installieren (meist im Kernel integriert) noch Programme aus dem Internet zusammensuchen. Out-of-box läuft alles rasch und reibungsfrei. Und wenn etwas fehlt, ist es meist im Paketmanager zu finden. Wichtiger Unterschied zu Windows&Mac: Programme werden üblicherweise nicht aus dem Internet von den entsprechenden Seiten heraus installiert, sondern werden in einem distributionseigenen Paketlager (Repositorium) angeboten und gepflegt. Das ist einfacher und sicherer.

An update / upgrade is available for your [lin...

Programm-Updates in den jeweiligen Betriebssystemen (Photo credit: dullhunk)

4. Linux ist vielfältig! In den eben erwähnten Repositorien werden haufenweise Programme für jeden denkbaren Fall angeboten. Mittlerweile empfinde ich die Auswahl kostenfreier Programme unter Windows als enorm einschränkend. Besonders bei Medienspielern, Audio- und Grafikeditoren sowie DAWs sieht es im WinDorf doch sehr mager aus.

English: Screenshot of Synaptic 0.62, taken fr...

Synaptic Paket-Manager unter Linux

5. Linux ist kostenlos! Als Student durchaus ein wichtiger Punkt. Es gibt zwar kommerziell vertriebene Linux-Distributionen, aber die sind in der Minderheit und bieten auch selten Gutes. Auch die allermeisten Programme, die in Distributionen angeboten werden, sind kostenfrei.

So viel zu den Vorteilen. Na gut, es gibt auch Nachteile. Ich nenne der Fairness halber 5.

1. Linux ist ein spielefeindlicher Ort! Nicht ganz richtig: es gibt hunderte kostenfreier Spiele. Von kleinen, feinen Spielchen, die an die Pionierzeit der PC-Spiele erinnern bis zu abendfüllenden Werken mit guter Grafik, Story, etc. (z.B. Wesnoth). Außerdem bietet der Emulator WINE die Möglichkeit, manche Windows-Spiele unter Linux zu spielen. Dennoch: Wer kommerzielle, aktuelle Titel zocken möchte, ist bei Linux an der falschen Adresse.

A Battle for Wesnoth screenshot.

Wesnoth (Rundenstrategie)

2. Linux erfordert Ahnung! Auch nicht ganz richtig. Ich wage zu behaupten, Linux kann sogar weniger Ahnung erfordern, weil durch den Linux-Kernel die meisten Treiber einfach so funktionieren und alle nötigen Programme bereits installiert sind bzw. durchs Paketmanagement einfach zu installieren sind als durch Internet-Recherche. Dennoch: wenn es zu Problemen kommt oder eine Hardware zu neu ist, wird etwas Ahnung oder zumindest der Wille zur Recherche nötig. Und das endet nicht selten in der Kommandozeile bzw. im Terminal, das für heutige Windows/Mac-Nutzer wie ein Relikt wirken dürfte.

terminal-command-line Unix-style

Terminal/Konsole unter Linux

Jaja, man sollte keine Augenwischerei betreiben: nicht alle Hard- und Software-Hersteller interessieren sich für Linux, vor allem weil die Nutzergruppe eher klein und der Profit gering ist. Deshalb dauert es meistens ein halbes Jahr, bis ein neues Gerät im Linux-Kernel unterstützt wird. Dann heißt es: Warten oder Herumbasteln, bis es klappt. Auch bei kommerzieller Software, allen voran wichtige DAWs wie Cubase & Samplitude oder Grafik-Editoren wie Photoshop funktionieren allenfalls unter WINE bei Linux und dann oftmals nicht problemlos.

3. Linux ist elitär! Dieser Einwurf ist völlig legitim. Es gibt Linux-Foren, die sind voller Pseudo-Experten, die gern mal einen herablassenden Kommentar abgeben und bei Berührung mit Anfängern oder dem Wort „Windows“ einen allergischen Schock erleiden. Meidet diese! Ich kann das Forum von ubuntuusers.de empfehlen. Dort findet man geduldige Moderatoren & ein umfangreiches Wiki.

4. Ich mag keine Pinguine! Jetzt bleib mal sachlich, Junge! Außerdem gibt es keine plausiblen Argumente gegen Pinguine.

5. Meine Güte! Jetzt habe ich einen fünften Nachteil versprochen und finde keinen! Falls ihr noch einen auf Lager habt oder sogar einen weiteren Vorteil: bittesehr! Schreibt einen Kommentar! Wir lesen und beantworten das immer wieder gerne (solang keine Glücksspiele, Viagra-Tabletten oder Penisverlängerungen beworben werden, brauchen wir nämlich nicht!).

R. M. Beyer

Über Martin Beyer-Festerling

Dipl.-Berufspäd. Martin Beyer-Festerling hat Medizin- und Pflegepädagogik sowie Philosophie an der TU Dresden studiert. Er schreibt Hörspielskripte und Kurzgeschichten, betätigt sich aber zudem als Sprecher und produziert hin und wieder Hörspiele.

6 Kommentare zu “Trilogie vom Pinguin (3): Licht und Schatten

  1. wer.n wilke
    18. Februar 2013

    Nun, lieber Martin,
    leider verstehe ich fast nur „B.ahnix“ – sysv-rc? sysvinit? tasksel? udev? /dev/ and hotplug management daemon?

    Möglicher Weise dürften ja noch die Mozillas und mein geliebtes GIMP problemlos laufen, auch open-office; nur, Drucker? (cannon PIXMA) – soundprogramme (soundforge/audition)? – die gute alte, aber nicht schlechte Soundkarte? (terratec)? die Grafikkarte? (ATI.Radeon)? – diverse Textverarbeitungs Programme (pdf-viewer) Decoder? -Nero-Brennprogramm+Coverdesigner? – (man staunt ja, wieviele Programme sich im Laufe der Zeit hier angesammenlt haben) – und wieviel (tränen-der-wut) reiche Stunden, Tage, ja, Wochen habe ich gebraucht, bis ich dies – im Grunde Idiotensichere) XP (ohne Experten-Kommentare) XP hier drauf zu schnallen und Grafik, Sound + XYz zum Laufen zu bringen, den Desktopf (+Quicklaunge) einzurichten – und da liegen noch 100te von hoerspieltakes, zig hoerbücher, Musikstücke, an die 40.000 Bilddatein, Videoschnipsel und 1000.de Backups auf Platten – die man möglicher Weise erst umbasteln müsste, damit sie wieder sicht&hoer Bar würden?

    Fürchte, wenn mein Haupt nicht schon weiß wäre … und der nächste LINUX-fan ist www. … und den IE bräuchte ich auch – gelegentlich noch – für die web-side …

    … aber, wer.n weiß …?…

    Gefällt mir

  2. R. M. Beyer
    18. Februar 2013

    Deshalb empfehle ich eher einen ausrangierten Laptop/Rechner, auf dem sich keine wichtigen Daten befinden (am besten: gar keine, denn Linux nutzt ein anderes Dateisystem). Dort kann man dann als Testmaschine eine Linux-Distro drauf bügeln (Empfehlung für den Anfang: Linux Mint in der MATE-Variante) und mal schauen, wie man so klar kommt. Übrigens sind die meisten Linux-Distros als LIVE-CDs oder – DVDs downloadbar. Da kann man das Betriebssystem komplett von der CD, DVD oder USB-Stick starten und mal ein bisschen herumprobieren, ohne dass der eigene Rechner belangt wird.

    Zu den genannten Programmen: man hört oft „Linux ist kein Windows“ und so simpel und selbsterklärend diese Aussage auch ist, sie ist wahr. Ziel ist es nicht, alles und wirklich alles so bei Linux hinzubiegen, dass ein Windows draus wird (mit allen bekannten Programmen), dann könnte man auch bei Windows bleiben. Man wird früher oder später Programme nutzen, die nativ für Linux entwickelt wurden, sodass man eines Tages (so geht es zumindest mir) bei Windows-Systemen flucht, warum es Software X und Y nicht für Windows gibt. Vor kurzem sollte ich für ein Büro eine kostenlose, leistungsstarke Backup-Software auftreiben und sogleich fielen mir über 5 Programme bei Linux ein, die sich hervorragend eignen würden. Ging natürlich leider nicht unter Windows und so stieß ich bei langen Recherchen am Ende auf ein einziges Programm (Duplicati), das einigermaßen taugte. Bei Audio-Schnittsoftware das gleiche Bild: wurde auch vor kurzem gefragt, was ich denn kostenlos für Windows empfehlen kann. Und es gibt da wirklich keine (in Worten: KEINE) kostenlos DAW für Windows (LMMS & Audacity zählen nicht). Bei Linux fallen mir spontan ein: Ardour, Qtractor, Traverso, Rosegarden & Muse. Mit jedem davon könnte man ohne größere Probleme Hörspiele produzieren.

    Natürlich lässt sich dasselbe Spiel auch umgekehrt betreiben, nämlich beim Umzug von Windows auf Linux. Auch hier finden sich gute Programme, die einem dann unter Linux fehlen. Du hast ja schon einige angesprochen, Werner. Ich sehe das so: am Ende ist ein Betriebssystem ein Werkzeug und es hängt vom Zweck und vom Nutzer ab, ob und wo das eine oder das andere Werkzeug besser passt. Wen interessiert, welchen Hammer du genommen hast, sobald der Nagel in die Wand gekloppt ist.😉 In dem Sinne: wem der Windows-Hammer besser in der Hand liegt, möge dabei bleiben. Es sei denn, er hat mal Lust auf dieses Linux-Hämmerchen da drüben…😀

    Gefällt mir

  3. MZ
    18. Februar 2013

    Martin, Teil 3 ist wirklich sehr gelungen. Mit vielen Bilder, das freut das Auge. Nur über den rezenten Quastenflosser sollten wir mal reden. Da kam wohl der Akademix durch – oder hast du Wolf Schneiders Regeln hinsichtlich Fachvokablur vergessen? Mal davon abgesehen das rezente Quastenflosser … naja usw.

    Gefällt mir

  4. h0ffnung
    19. Februar 2013

    Für mich ist Linux allein schon wegen Nachteil #1 keine Alternative und auch sonst bin ich mit Windows 7 sehr zufrieden. Die Spieleperformance passt und nach 2 Stunden installieren und einrichten zu Beginn brauchte ich mich nicht mehr mit dem Thema Betriebssystem beschäftigen. Zum rezenten Quastenflosser: Bildungsauftrag erfüllt würd ich sagen😉 – vielleicht ja kann noch einen Link dazu rein

    Gefällt mir

  5. Patsche
    20. Februar 2013

    Meine persönliche Erfahrung ist eher, dass Xubuntu bedeutend besser für Einsteiger ist, da bei Mint die automatische Aktualisierungsverwaltung miserabel ist. Oft werden die Updates nicht angezeigt oder garnicht erst angeboten, obwohl sie es müssten.

    Gefällt mir

    • R. M. Beyer
      20. Februar 2013

      Xubuntu ist auch sehr gut. Käme bei mir auf Platz 2 und war bis vor kurzem sogar mein Produktivsystem. Zur Aktualisierungsverwaltung: Mint stuft da bewusst ab und lässt manche Kernel-Upgrades und ähnliches außen vor. Kann man aber ziemlich flink in den Einstellungen hinzu- oder abschalten (die fehlenden 4 Kreuzchen einfach setzen).

      Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 18. Februar 2013 von in Aktuelles, kontro_VERSE und getaggt mit , .

Top Beiträge & Seiten

Wenn du unsere Projekte mitverfolgen willst, kannst du per Mail von uns benachrichtigt werden.

Schließe dich 1.111 Followern an

%d Bloggern gefällt das: