Die Belletristen

Erzählkunst in allen Formen und Farben

Feuer am Himmel

Freunde, ich liebe Filme über Ufos und Aliens. Manchmal lese ich sogar Däniken-Bücher und zwar mit der Faszination eines kleinen Kindes, wohl wissend, dass der Mann eigentlich Unterhaltungsliterat genannt werden müsste, also ein Belletrist. Aber nicht die üblichen Verdächtigen möchte ich vorstellen, sondern ein vergleichsweise weniger bekanntes Werk: Feuer am Himmel.

Cover of "Fire in the Sky"

Über den Inhalt muss ich hier wenig sagen. Dem Film liegt eine (angeblich oder teilweise) Wahrheit zu Grunde, nämlich der Geschichte von Travis Walton. Ein alter Hut unter erfahrenen Ufologen. Das Wesentliche: Eine Gruppe von Holzfällern gerät in eine Begegnung mit einem Ufo, wobei einer von ihnen entführt wird. Soweit ein bekanntes Schema, aber was diesen Film von anderen unterscheidet, ist die Herangehensweise. Es wird weniger die Entführung geschildert, als vielmehr die Geschehnisse im Städtchen reflektiert. Dort kennt jeder jeden, so meint man, aber dennoch ist es immer wieder aufschlussreich, wie schnell sich Misstrauen und Hass regt, sobald etwas oder jemand das Weltbild und somit den Common Sense gefährdet. Ich fühlte mich gleich positiv an „Phenomenon“ erinnert. Hier ist nicht von Belang, ob die Geschichte tatsächlich stattgefunden hat oder ob sie erlogen wurde von den Holzfällern, die entweder der Vertragsstrafe aus dem Weg gehen wollten oder bereits Gläubige einer Ufosekte waren. Wir wissen es nicht. Die menschlichen Regungen zumindest sind wahr, und dort punktet der Film. Die Schauspieler – obwohl größtenteils recht unbekannt – spielen ihre Rollen glaubhaft, besonders James Garner sticht hervor, aber auch Sweeney erfüllt meine Erwartung am Ende.

Den Film durchzieht eine subtile Spannung, die sich am Ende mit einem Schlag und – für mich – schockierend entlädt. Die Darstellungen sind glaubwürdig (das Wort „realistisch“ ist hier fehl am Platze, weil wir keine Vergleichsmöglichkeiten mit der beschriebenen „Realität“ haben). Dabei spart der Film mit Effekten und schleust unterschwellig spannungsgeladene Musik ein, soll heißen: er bleibt beim Wesentlichen.

„Feuer am Himmel“ ist ein gelungener Film, der technisch hin und wieder B-Movie-artig daherkommt, aber in allen anderen Belangen als einer der besseren Alien-Entführungsfilme gelten kann.

Über Martin Beyer-Festerling

Dipl.-Berufspäd. Martin Beyer-Festerling hat Medizin- und Pflegepädagogik sowie Philosophie an der TU Dresden studiert. Er schreibt Hörspielskripte und Kurzgeschichten, betätigt sich aber zudem als Sprecher und produziert hin und wieder Hörspiele.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 22. Februar 2013 von in Aktuelles, FILM_dose und getaggt mit , , , .

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