Die Belletristen

Erzählkunst in allen Formen und Farben

Die Zwerge von Amboss (Plischke) – reviewed

Es ist vielleicht medial nicht immer offensichtlich, aber Deutschland ist ein Fantasy-Land! Wir haben hier hevorragende Autoren, wie z.B. Kai Meyer, Bernhard HennenWolfgang Hohlbein, Walter Moers oder eben auch Thomas Plischke. Für mich war „Die Zwerge von Amboss“ der Einstieg in die Plischk’sche Fantasy-Welt der Zerrissenen Reiche, aber schon der erste Teil nahm mich recht schnell gefangen.

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Quelle: amazon.de (Plischke, Thomas: Die Zwerge von Amboss)

Gelungen ist ihm das, weil Plischke einen zwar typisch zwergischen (stolz & rigoros), aber auch beinahe menschlichen (sensibel & klug) Protagonisten ersinnt: den zwergischen Ermittler oder auch „Sucher“ Garep Schmied. Dieser, gebrochen durch den Tod der Liebe seines Lebens, gerät zu Anfang in einen Kriminalfall, der zunächst unscheinbar daherkommt, aber bald schon auf eine große Verschwörung hinweist. Bald wandelt sich Garep Schmeid vom Sucher zum Gesuchten. Parallel wird der menschliche Jäger Siris eingeführt, der sich auf die Reise nach Amboss macht, um seine Schwester Arisasha zu finden. Und ganz nebenbei wird auch noch der Handlungsstrang einer psychokinetisch begabten Halblingsdame erzählt, die in zwergischen Laboren mit einer Mischung aus Folter und Forschung behandelt wird – natürlich zu Kriegszwecken. Und eben dieser große, bevorstehende Krieg ist es, der alle Charaktere miteinander verbindet und so nimmt es nicht Wunder, dass sie allesamt letztlich aufeinander treffen.

Plischkes Fantasy ist detailreich. Man merkt in vielen Redensarten, präzisen Beschreibungen und historischen Hintergründen, dass Thomas Plischkes Welt gut durchdacht ist. Zudem erschien es mir mal erfrischend, die Gattung „Mensch“ aus Zwergenaugen beschrieben zu lesen. Das Innovative der Welt liegt nicht in der grundsätzlichen Konstellation, denn sowohl Zwerge als auch Halblinge und Menschen sind recht typisch charakterisiert, aber doch schafft Plischke es, mit kleinen, feinen Ideen zu überraschen. So sind immer wieder reale Bezüge zu Religion und Politik unserer Welt zu erahnen. Ich fand es auch überraschend gelungen, wie Plischke sehr gezielt Steampunk-Stilmittel mit althergebrachter High Fantasy verbindet. Außerdem verfügt Plischke über eine geschliffene und variantenreiche Sprache, was – zusammen mit einer spannenden Handlung – ein sehr gutes Lese-Erlebnis ergibt.

Ich jedenfalls fühlte mich sehr gut und vor allem intelligent unterhalten. Klare Empfehlung meinerseits. Einziger Wehrmutstropfen: die Handlung schließt nicht ab, sondern leitet direkt in den nächsten Roman über.  Man gerät also mal wieder in den Bann einer Fantasy-Reihe…

Über Martin Beyer-Festerling

Dipl.-Berufspäd. Martin Beyer-Festerling hat Medizin- und Pflegepädagogik sowie Philosophie an der TU Dresden studiert. Er schreibt Hörspielskripte und Kurzgeschichten, betätigt sich aber zudem als Sprecher und produziert hin und wieder Hörspiele.

2 Kommentare zu “Die Zwerge von Amboss (Plischke) – reviewed

  1. horrorbiene
    22. März 2013

    Doof nur, wenn es das Buch (und seine Fortsetzung) nicht mehr zu kaufen gibt…
    Ein kleiner Tipp am Rande: Wenn ein Buch nicht mehr beim Verlag erhältlich ist, liegen die Bildrechte vom Cover auch nicht mehr beim Verlag. Von daher solltest du es überdenken, das Bild hier einzufügen!

    Gruß

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    • R. M. Beyer
      22. März 2013

      Ja, das hatte ich auch verwundert bemerkt. Kann man lediglich gebraucht kaufen. Aber vielleicht kommt ja eines Tages eine Neuauflage. Was die Bildrechte betrifft, werde ich dem Cover die Quellenangabe beifügen. Dann dürfte das als Großzitat gelten. Vielen Dank für den Hinweis. Heutzutage liegen ja ne Menge Fallstricke aus.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 21. März 2013 von in Aktuelles, BÜCHER_kiste und getaggt mit , , , .

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