Die Belletristen

Erzählkunst in allen Formen und Farben

Von Katalonien nach Apulien ‒ Ein Reisebericht (6. Teil)

Sechster Tag (Dienstag): Corrida de toros

Corrida de toros! In Valencia wird das noch groß geschrieben und den Stierkämpfern ist eigens ein Museum gewidmet, das jeder besuchen sollte, der außerhalb der regulären Kämpfe die Arena besichtigen möchte. Das Museo Taurino de Valencia vermittelt einen guten Einblick in die Tradition des Stierkampfes und dem Leben berühmter Toreros und Picadors. Die Arena selbst wurde 1859 errichtet. Kaum vorzustellen, wie jemand das mehrstündige Spektakel auf den Sitzplätzen der Sonnenseite auszuhalten vermag. Allein wenige Minuten in der Sonne zu stehen, wurde mir sehr bald unerträglich.

Plaza de toros

Zusammen mit Federico und Michael ‒ Marzia ist heute Morgen nach Mailand abgereist ‒ besichtigte ich die etwas versteckten Schönheiten der Stadt: den Ratssaal, die Kuppel des Postgebäudes und schließlich die Jugendstilgebäude im südwestlichen Stadtzentrum.
Mittags aßen wir in einem Restaurant, das sich als echter Geheimtipp erwies und auf den ersten Blick geschlossen zu haben schien, eine Paella valenciana. Diese traditionelle, regional typische Paella besteht aus Reis, Bohnen, Hähnchen- und Kaninchenstücken. Leider war sie etwas schwach gewürzt, sonst aber wohlschmeckend und überaus sättigend. Anschließend gönnten wir uns eine kleine Siesta im Jardins del Turia.

Casa consistorial de Valencia

Am späten Nachmittag sah ich mir im Museo de Bellas Artes de Valencia die Werke der Realisten an. Dafür blieb aber nur wenig Zeit, weil die Besucher lange vor Schließung des Museums die Ausstellungsräume zu verlassen hatten.
Zusammen mit Federico, Michael und zwei Amerikanerinnen in einem Restaurant zu Abend gegessen. Die Tapaszusammenstellung war diesmal weitaus besser: gegrilltes Gemüse, Pilze, gebackene Kartoffeln und ein mageres Vögelchen, an dem kaum etwas dran war.
Ich schloss mich einer Gruppe aus dem Hostel an, die auf ein Bier in einen Club gehen wollte, woraus dann ein Caipirinha wurde. Mit Marie, einer Anwältin aus Frankreich, und Michael, dem Promotionsstudenten aus München, ging es dann in den Radio City Club, wo wir bis zum Schluss blieben. Gespielt wurde eine interessante Mischung von Minimal und Reggae vorwiegend aus dem arabischen, afrikanischen und mittelamerikanischen Raum. Whiskey im Morgengrauen auf den Stufen der Lonja de la Seda. Marie war glücklich und ich auch.

Hagen Schäfer

Über Hagen Schäfer

Dr. Hagen Schäfer hat an der TU Chemnitz und der Universität Leipzig Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft studiert und promovierte zum Hörspiel in der frühen Bundesrepublik. Er hat einige wissenschaftliche Aufsätze für Zeitschriften und Jahrbücher publiziert. Darüber hinaus ist er journalistisch tätig, schreibt kleinere Prosa und Hörspiele. In unserem Blog wird er auch dann und wann über seine Reisen berichten.

Ein Kommentar zu “Von Katalonien nach Apulien ‒ Ein Reisebericht (6. Teil)

  1. R. M. Beyer
    2. September 2014

    Tolle Eindrücke. Und sehr plastisch erzählt. Vor allem der Whiskey im Morgengrauen wäre etwas für mich gewesen. Aber wie man herausliest, hattest du auch ohne mich eine gute Whiskey-Gesellschaft. Bei deinen abschließenden Sätzen wird es einem ja warm ums Herz…

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2. September 2014 von in Aktuelles, REISE_koffer und getaggt mit , .

Top Beiträge & Seiten

Wenn du unsere Projekte mitverfolgen willst, kannst du per Mail von uns benachrichtigt werden.

Schließe dich 1.111 Followern an

%d Bloggern gefällt das: