Die Belletristen

Erzählkunst in allen Formen und Farben

Von Katalonien nach Apulien ‒ Ein Reisebericht (15. Teil)

Fünfzehnter Tag (Donnerstag): San Nicola

Beim Namen des Heiligen Nikolaus wird oft das Kloster Sion unweit des kleinen Ortes Myra an der türkischen Riviera assoziiert, selten aber Bari. Dabei ist die Hauptstadt Apuliens, die Sankt Nikolaus, so die Überlieferung, so sehr lieb gewonnen hatte, dass er dort auch begraben sein wollte, weitaus bedeutender, sollen doch in der Basilica di San Nicola seine sterblichen Überreste bestattet sein. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass diese Pilgerstätte ein beliebter Ort zum Heiraten ist. Auch am heutigen Tag ließ sich ein junges Paar trauen und ich wohnte dem Festgottesdienst eine zeitlang bei. Unterhalb des Altarraumes gibt es eine orthodoxe Kapelle, in der zu gleicher Zeit ein Gottesdienst abgehalten wurde. Leider war es aufgrund der Ansammlung vieler Menschen auf engem Raum so stickig und warm, dass ich mich dort nur einen kurzen Augenblick aufhalten konnte.

In den engen Gassen der Altstadt waren fast ausschließlich Touristen unterwegs; Einheimische waren kaum zu sehen, höchstens hier und da eine Frau, die im Schatten eines Einganges, an einem kleinen Tisch sitzend, frischen Nudelteig verarbeitete oder die fertigen Teigwaren zum Trocknen auslegte.

Polignano a Mare

Polignano a Mare

Einer Empfehlung folgend, machte ich mich mit dem Zug auf den Weg nach Polignano a Mare, einem idyllischen kleinen Ort direkt am Meer, der nicht nur durch seine Grotten, sondern auch die sich direkt an der Steilküste erhebende Altstadt bekannt ist. Bei einem Spaziergang durch die engen Gassen gelangt man unversehens zu einem der vielen Aussichtspunkte oder kleinen Restaurants, die einen atemberaubenden Blick auf die Felsgrotten und das Meer eröffnen. Für mutige Schwimmer bietet sich die Möglichkeit, von den oft bis zu zehn Meter hohen Klippen ins Wasser zu springen. An einer Stelle gibt die Felsformation eine Schlucht frei, die sich zu einer kleinen Bucht mit einem Kiesstrand öffnet. Dieser kleine Streifen ist aber so vielbesucht, dass denjenigen, die einen ganzen Tag am Strand verbringen wollen, dann doch besser beraten sind, in Bari zu bleiben oder weiter Richtung Süden nach Monopoli zu fahren.

Spiaggia di Polignano a Mare

Spiaggia di Polignano a Mare

Zurück in Bari schrieb ich auf dem Balkon des Hostels Tagebuch. In der Dämmerung machte ich mich nochmals auf den Weg zur Altstadt und holte mir im „Il veliero“ eine Pizza.

Hagen Schäfer

Über Hagen Schäfer

Dr. Hagen Schäfer hat an der TU Chemnitz und der Universität Leipzig Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft studiert und promovierte zum Hörspiel in der frühen Bundesrepublik. Er hat einige wissenschaftliche Aufsätze für Zeitschriften und Jahrbücher publiziert. Darüber hinaus ist er journalistisch tätig, schreibt kleinere Prosa und Hörspiele. In unserem Blog wird er auch dann und wann über seine Reisen berichten.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 11. September 2014 von in Aktuelles, REISE_koffer und getaggt mit , .

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