Die Belletristen

Erzählkunst in allen Formen und Farben

Von Katalonien nach Apulien ‒ Ein Reisebericht (18. Teil)

Achzehnter Tag (Sonntag): Arechi

Auf dem Weg zum Bahnhof warf ich einen letzten Blick vom Ponte Porta Napoli auf das Mar Piccolo und die dort vor Anker liegenden Kriegsschiffe. Mit dem Regionalzug Taranto-Napoli ging es durch wildromantische Täler entlang schroffer Gebirgszüge zur Westküste Italiens nach Salerno in Kampanien. Die Stadt liegt eingefasst von Bergmassiven direkt am Meer und gewährt dem Besucher sowohl vom Meer als auch vom über der Stadt sich erhebenden Castello Arechi eine fantastische Aussicht.

Castello Arechi

Castello Arechi

Entlang des Corso Vittorio Emanuele II, der zentralen Einkaufsmeile, ging es zum Ostello Ave Gratia Plena, einem großen Palazzo mit einem idyllischen Innenhof. Nachdem ich eingechecked hatte, machte ich mich rasch an die Erkundung der näheren Umgebung. Der Weg zum Dom war nicht weit; leider war eine Besichtigung dieses 1068 geweihten imposanten Kirchenbaues nicht möglich. Dafür hatte ein kleines Museum in der unmittelbaren Nachbarschaft geöffnet, das aus zweidimensionalen Figuren in Lebensgröße Dioramen zur Geschichte der Stadt Salerno und zur Geburt Jesu präsentierte.

Salerno

Auf der Piazza della Concordia holte ich mir eine Kleinigkeit zu essen und wanderte, die Menschen auf den zum Auslaufen fertigen Yachten beobachtend, entlang des Porto Turistico bis zum Ende der Mole. Besonders hübsch war das Bild zweier junger Frauen, die sich zum Sonnen auf dem Deck eines kleinen Seglers ausgestreckt hatten und sich mit Sonnencreme einrieben, bevor dann ihre männlichen Begleiter mit eisgekühlter Coca Cola erschienen.

Porto Turistico

Porto Turistico

Das Castello Arechi erhebt sich 300 Meter über dem Meeresspiegel auf dem Gipfel einer der die Stadt umgebenden Berge. Der Blick auf die Stadt eröffnet interessante Perspektiven. Besonders die Errichtung der Neubauten rund um die Hafenanlage ließ sich von hier aus gut beobachten. Auf dem Weg zurück ins Zentrum besuchte ich den Giardini della Minerva, eine terrassenförmig angelegte Anlage mit vielen lauschigen Orten, die zum Verweilen einluden. Im Gegensatz zum Park der Villa Comunale, der sich weiter unterhalb, in direkter Linie zum Hafen erstreckt, war es in diesem Garten sehr ruhig, wohl auch deshalb, weil hier Eintritt entrichtet werden musste.

Abends bestellte ich mir in einem Restaurant auf der Via Roma unter anderem Spaghetti alla carbonara. Bekanntermaßen werden die in Italien anders zubereitet. Die Spaghetti werden mit in Öl angebratenem Schinkenspeck und einer Masse aus verquirltem Ei und Parmesan serviert. Das ist gewiss nicht jedermanns Geschmack. Probiert haben sollte man es aber.

Hagen Schäfer

Über Hagen Schäfer

Dr. Hagen Schäfer hat an der TU Chemnitz und der Universität Leipzig Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft studiert und promovierte zum Hörspiel in der frühen Bundesrepublik. Er hat einige wissenschaftliche Aufsätze für Zeitschriften und Jahrbücher publiziert. Darüber hinaus ist er journalistisch tätig, schreibt kleinere Prosa und Hörspiele. In unserem Blog wird er auch dann und wann über seine Reisen berichten.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 14. September 2014 von in Aktuelles, REISE_koffer und getaggt mit , .

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