Die Belletristen

Erzählkunst in allen Formen und Farben

Von Katalonien nach Apulien ‒ Ein Reisebericht (Letzter Teil)

Einundzwanzigster Tag (Mittwoch): San Francesco di Paola

Nach einem ausgiebigen Frühstück unternahm ich einen letzten Spaziergang durch die Altstadt auf der Suche nach Spezialitätenläden. Der Besuch solcher Geschäfte ist immer ein besonderer Reiz, denn allein die Gerüche machen Appetit auf die italienische Küche. Viele landestypische kulinarische Kostbarkeiten gibt es nur hier zu kaufen. Mein Favorit ist Bruschetta.

 Vesuvo e Stazione Marittima


Vesuvo e Stazione Marittima

Die Kirche San Francesco di Paola erinnerte mich an das Pantheon in Rom. Von der Via Nazaria Sauro genoss ich den Blick auf den Vesuv, der heute besonders gut zu sehen war. Ich erinnere mich noch gut an meinen Besuch in Pompeji vor sechs Jahren. Kaum eine antike Stadt ist so gut erhalten wie diese. Auch wenn der letzte Ausbruch des Vesuvs schon 1945 war, ist die Gefahr, mit der die Menschen hier leben, nicht zu unterschätzen. Umso mehr verwundert es, dass wider besseren Wissens immer noch neue Häuser am Fuß des Vulkans entstehen.

Weiter ging es zum Hafen, wo täglich neue Kreuzfahrtschiffe vor Anker liegen. Die Hafengebäude werden meist von diesen riesigen schwimmenden Hotels überragt. Dass es um deren Sicherheit nicht immer bestens bestellt ist, zeigte das Beispiel der Costa Concordia. Rettungsboote sind auf diesen Schiffen meist erstaunlich wenige auszumachen.

 Molo Beverello


Molo Beverello

Nach einundzwanzig Tagen mit Stationen in Barcelona, Valencia und entlang der italienischen Ostküste von Triest in Friaul-Julisch Venetien bis Tarent in Apulien und schließlich den letzten zwei Zielen Salerno und Neapel in Kampanien geht meine Reise nun zu Ende. Was bleibt, ist der Transfer mit dem Bus zum Flughafen Neapel und der Rückflug nach Berlin. Insgesamt habe ich auf dieser Reise mehr als 7000 Kilometer zurückgelegt: etwa 4800 mit dem Flugzeug, 1658 mit dem Zug und 570 mit dem Bus.

Hagen Schäfer

Überhaupt, wenn jeder Mensch nur als ein Supplement aller übrigen zu betrachten ist und am nützlichsten und liebenswürdigsten erscheint, wenn er sich als einen solchen gibt: so muß dieses vorzüglich von Reiseberichten und Reisenden gültig sein. Persönlichkeit, Zwecke, Zeitverhältnisse, Gunst und Ungunst der Zufälligkeiten, alles zeigt sich bei einem jeden anders. Kenn ich seine Vorgänger, so werd ich auch an ihm mich freuen, mich mit ihm behelfen, seinen Nachfolger erwarten und diesem, wäre mir sogar inzwischen das Glück geworden, die Gegend selbst zu besuchen, gleichfalls freundlich begegnen. (Johann Wolfgang von Goethe: Italienische Reise)

Über Hagen Schäfer

Dr. Hagen Schäfer hat an der TU Chemnitz und der Universität Leipzig Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft studiert und promovierte zum Hörspiel in der frühen Bundesrepublik. Er hat einige wissenschaftliche Aufsätze für Zeitschriften und Jahrbücher publiziert. Darüber hinaus ist er journalistisch tätig, schreibt kleinere Prosa und Hörspiele. In unserem Blog wird er auch dann und wann über seine Reisen berichten.

Ein Kommentar zu “Von Katalonien nach Apulien ‒ Ein Reisebericht (Letzter Teil)

  1. R. M. Beyer
    18. September 2014

    Ich danke dir abschließend für die vielen Ein- und Ausdrücke deines Reiseberichts. Es klang da und dort heraus, dass du sehr frei und offen unterwegs warst und erstaunlich schnell mit fremden Menschen warm geworden bist. Das ist eine gute Sache! Und da du als zielstrebig und hart arbeitender Mensch bekannt bist, sei dir ein solch erholsamer Urlaub absolut gegönnt!
    Nur ein Einwand: In moderne Rettungsboote passen 100-150 Personen hinein. An der Kapazität sollte es also nicht scheitern. Lediglich die Sache mit der geordneten Evakuierung ist so eine Sache…

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 18. September 2014 von in Aktuelles, REISE_koffer und getaggt mit , .

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