Die Belletristen

Erzählkunst in allen Formen und Farben

Die Elfen 2: Firnstayns Kinder (Rezension)

Über den ersten Teil der Hörspielreihe hatte ich bereits berichtet, deshalb lasse ich die Informationen zur grundlegenden Welt von Bernhard Hennens „Die Elfen“ beiseite und komme gleich zur Fortsetzung. Wie gewohnt stolpern wir in eine Folterszene zwischen der Schamanin Skanga und der vermeintlichen Attentäterin Lyndwyn. Im Zentrum der fiesen Hexe steht nach wie vor die Suche nach dem Albenstein und dafür setzt die Gute einiges in Bewegung.

713ghlNuIAL._SX522_PJautoripBadge,BottomRight,4,-40_OU11__Aber der Reihe nach. Als neuer Charakter tritt der Mensch Alfadas in die Szenerie, die nun um das Dorf Firnstayn erweitert wurde. Hier leben misstrauische Menschen, die wenig auf ferne Kriege und Elfenköniginen geben, bis auf Alfadas, der unter Elfen gelebt hat und somit eine innere Verpflichtung verspürt gegenüber diesem Volk. Ollowain sucht ihn mitsamt seinem Fluchtgefolge und der nach wie vor bewusstlosen Königin auf, was hohe Wellen im Menschendorf schlägt. Nun gilt es, mit einigem diplomatischen Geschick und charismatischen Führern ein Menschenheer gegen die Trolle zu versammeln.

Einige Neuheiten halten Einzug. Der Umgangston ist nun deutlich menschlicher und damit auch schmutziger. Allen voran sorgt der Getreue Lambi für das ein oder andere Schimpfwort. Gesprochen wird er von Dirk Hardegen, der sich einen großen Namen im freien Hörspiel gemacht hat (z.B. in „Narfland“) und mittlerweile erfreulicherweise in kommerziellen Projekten Fuß gefasst hat. Er ist eine willkommene Abwechslung zu all den sehr guten und sehr bekannten Hollywood-Stimmen (z.B. Christian Schult, der neue Picard oder Eckart Dux, der neue Gandalf) und spielt Lambi, eine Mischung aus Schurke und Volksheld, außergewöhnlich gut. Auch die Erotik schleicht sich ins Elfenland. Es sei nicht zu viel verraten, aber es gibt eine äußerst pikante Verführungsszene. Tierische Gefährten werden auch gern in Fantasy-Welten gesehen – ein solcher ist der Hund Blut, mit dem es noch eine besondere Bewandnis hat. Mir persönlich gefällt der zweite Teil noch etwas besser als der Serienauftakt, weil hier deutlich mehr Gewicht auf das Zwischenmenschliche, auf Gespräche und Beziehungen, gelegt wurde. Ein Überschwang an Action ist mir sowohl im Hörspiel als auch im Film zuwider (meine Hauptkritik am dritten Hobbit). Höhepunkt des Hörspiels ist schließlich eine sehr dynamisch geschnittene Schlacht in den verschneiten Ebenen. Tja, aber so groß das Ganze wirkt, es ist nur ein Vorgeschmack auf das kommende Unglück und damit dem dritten Teil der Reihe.

RM Beyer

Über Martin Beyer-Festerling

Dipl.-Berufspäd. Martin Beyer-Festerling hat Medizin- und Pflegepädagogik sowie Philosophie an der TU Dresden studiert. Er schreibt Hörspielskripte und Kurzgeschichten, betätigt sich aber zudem als Sprecher und produziert hin und wieder Hörspiele.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2. Juni 2015 von in Aktuelles, HÖRSPIEL_truhe und getaggt mit , .

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