Die Belletristen

Erzählkunst in allen Formen und Farben

Andalusien – Ein Reisebericht (14. Teil)

Vierzehnter Tag (Sonntag): Playa de la Caleta

Am späten Vormittag verließ ich Sevilla in Richtung Cádiz, das als älteste Stadt Westeuropas gilt und dessen Ursprünge bis in das Jahr 1100 v. Chr. reichen. Die Stadt befindet sich auf einer Halbinsel, deren äußere Landzunge die Altstadt bildet, die durch Befestigungsanlagen von der wenig reizvollen Neustadt getrennt ist. Auf drei Seiten vom Atlantik umgeben, erstreckt sie sich am äußeren Ende der Halbinsel auf einem Areal von gerade einmal 1.800 Metern in der Länge und 1.200 Metern in der Breite. Über die große, weithin sichtbare Autobahnbrücke, vorbei an Werften und Fabriken, entlang der schnurgeraden Avenida de Juan Carlos I. durchquert man die Neustadt und gelangt durch ein großes Stadttor in das historische Zentrum von Cádiz.

Plaza San Juan de Dios y Ayuntamiento

Plaza San Juan de Dios y Ayuntamiento

Unweit des Bahnhofes befindet sich die Plaza San Juan de Dios mit dem Rathaus. Aufgrund der großen Hitze sind über Teile des Platzes (wie auch an zentralen Plätzen in Granada und Sevilla) Sonnensegel gespannt, um einen gewissen Schutz zu bieten. Unweit des Rathausplatzes befindet sich auch die Casa Caracol, das Hostel für die nächsten zwei Nächte, das sehr amerikanisch anmutet und – leider – über keine funktionsfähige Klimaanlage verfügt, was dazu führte, dass nicht nur die Nacht eine einzige Qual war, sondern ich auch beim Betreten meines Zimmers, dass ich mir mit einer Engländerin, einer Texanerin und einer Holländerin teilte, regelmäßig ein Schweißausbruch hatte (der Hitze, nicht der Frauen wegen). Die drei waren wirklich sehr nett, besonders die Texanerin, die ganz anders als alle Amerikanerinnen war, die ich bisher kennengelernt hatte, und neben ihrer Muttersprache fließend Spanisch auch ein paar Worte in deutscher Sprache beherrschte.

Playa de la Caleta y Antiguo Balneario de la Palma

Playa de la Caleta y Antiguo Balneario de la Palma

Die Altstadt, so klein sie auch sein mag, bietet eine Fülle an sehenswerten Gassen und Plätzen, wundervollen Parkanlagen und reizvollen Restaurants und Tapasbars. Im Parque Genovés lauschte ich der Musik einer Gruppe Studenten, die für ihr abendliches Programm probten. Insbesondere ein Trio aus Gitarre und zwei Flöten war sehr inspirierend. Im Castillo de Santa Catalina besuchte ich die Sonderausstellung über Cayetano del Toro y Quartiellers, einen Augenarzt und Gelehrten der Stadt.

Oce no Atl ntico

Oce no Atl ntico

Der Strand am Rande der Altstadt, Playa de la Caleta, wird gesäumt von der Befestigungsanlage Castillo Santa Catalina und einem Gebäude in kubanischem Baustil, Antiguo Balneario de la Palma, das Schauplatz für den James-Bond-Film „Stirb an einem anderen Tag“ war, in der Szene, als Halle Berry aus dem Meer steigt. Drehort war auch das sich am Ende der Mole erhebende Castillo de San Sebastián, das inzwischen umgebaut und für Besucher frei zugänglich ist und von dem aus sich ein fantastischer Blick auf die Altstadt bietet. Leider herrschte, als ich den Strand heute besuchte, Ebbe, so dass er nur halb so schön war und das Schwimmen im Atlantik aufgrund der herausragenden Felsen eine etwas riskante Angelegenheit zu werden drohte, so dass ich das auf den morgigen Tag verschob. Abends aß ich in einem Restaurant auf der Plaza de la Catedral eine Paella valenciana.

Über Hagen Schäfer

Dr. Hagen Schäfer hat an der TU Chemnitz und der Universität Leipzig Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft studiert und promovierte zum Hörspiel in der frühen Bundesrepublik. Er hat einige wissenschaftliche Aufsätze für Zeitschriften und Jahrbücher publiziert. Darüber hinaus ist er journalistisch tätig, schreibt kleinere Prosa und Hörspiele. In unserem Blog wird er auch dann und wann über seine Reisen berichten.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 30. August 2015 von in Aktuelles, REISE_koffer und getaggt mit .

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