Die Belletristen

Erzählkunst in allen Formen und Farben

Die Elfen 3: Königstein (Rezension)

Und weiter geht es mit dem dritten Teil der Hörspielreihe „Die Elfen“, der Adaption von Bernhard Hennens gleichnamigen Fantasy-Epos!


Der Jarl von Firnstayn Alfadas hat es endlich mitsamt Heer nach Albenmark geschafft. Doch Dankbarkeit erwartet man vergebens, wähnen sich die Elfen doch unverwundbar in ihrer grandiosen Festung Phylangan, die früher „Königstein“ hieß. Ich als Sachse lächle natürlich über diese „rein zufällige“ Namensgleichheit mit der real existierenden Festung Königstein. Den Schilderungen nach ähneln sich die Bauten doch sehr. Sei es wie es sei, die Festung bietet tatsächlich Schutz, bis, ja bis Trollschamanin Skanga einen zauberhaften Weg findet, einen monströsen Attentäter hinter die dicken Mauern zu schleusen.
Im dritten Teil nimmt die Geschichte weiter Fahrt auf und präsentiert uns eine höchst interessante Belagerungssituation. Auch sonst sehen wir diverse Entwicklungen der Charaktere. Alfadas entwickelt sich zu einer echten Führungsperson, Lambi entdeckt allmählich Ideale und Tugenden für sich und Ollowain… nun, ich will mal nicht zu weit greifen. Sprecher, Musik, Skript und Regie sind auf jeden Fall nach wie vor auf hohem Niveau und entsprechen dem, was ich als „State of the Art“ des modernen Hörspiels bezeichen würde. Insofern spare ich mir eine detaillierte Lobhudelei. Nur so viel: Genau wie in Teil 1 und 2 hat man sich Mühe gegeben, die Handlung überschaubar zu halten und die handlungstragenden Personen zu minimieren. Dennoch ist es kein Hörspiel, das man mit einem Ohr hören kann. Die Szenen sind zum Teil rasant geschnitten und erfordern ein gewisses auditives Mitdenken. Erfreulicherweise wird hier nicht – wie früher üblich – jeder Handgriff vom Erzähler vorgetragen oder – oh, Graus! – per Dialog vermittelt. Leider gerät man dadurch hin und wieder in die Gefahr, den Faden zu verlieren. Zu meiner Schande gestehe ich: ein, zwei Mal habe ich zurückspulen müssen. Jetzt ist es raus.
Ungeachtet dessen hat mich auch dieser Teil in seinen Bann gezogen, auch wenn ich allmählich auf weitere Folterszenen zwischen Lyndwyn und Skanga verzichten könnte. Die kleine Elfe dürfte doch längst Hackfleisch sein.

Über Martin Beyer-Festerling

Dipl.-Berufspäd. Martin Beyer-Festerling hat Medizin- und Pflegepädagogik sowie Philosophie an der TU Dresden studiert. Er schreibt Hörspielskripte und Kurzgeschichten, betätigt sich aber zudem als Sprecher und produziert hin und wieder Hörspiele.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 28. September 2015 von in Aktuelles, HÖRSPIEL_truhe und getaggt mit , , .

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