Die Belletristen

Erzählkunst in allen Formen und Farben

Sizilien – Ein Reisebericht (5. Teil)

Heute gab es erstmals ein Frühstück, das diesen Namen auch verdient; in Palermo hatte es landestypisch nur ein einziges Croissant, dafür aber frisch gebacken, und dazu einen Espresso gegeben. Heute gab es neben Milchbrötchen, Toast oder Zwieback auch noch Marmelade, Joghurt und dazu Espresso und Blutorangensaft.

Gestärkt ging ich zum Hafen, wo 9 Uhr das Fährschiff nach Salina ablegte. Die Fahrt mit Halt in Vulcano und Lipari war sehr angenehm. Ich spürte kaum, dass ich mich auf einer Fähre befand. Dafür dauerte es dreieinviertel Stunden bis der ersten Hafen von Salina, Rinella, im Süden der Insel erreicht war. Mein ursprünglicher Plan, den Gipfel des höchsten Berges der Eolischen Inseln, den 962 Meter hohen Monte Fossa delle Felci, zu ersteigen, musste ich auch in Ermangelung der mir auf Salina zur Verfügung stehenden Zeit – die Wanderung dauert ohne Pausen etwa sechs Stunden – fallen lassen. So nutzte ich die Gelegenheit, mit dem Linienbus um den Berg und damit auch um die halbe Insel zum Hauptort Santa Maria Salina zu fahren.

01 Lauschige Terrasse in Santa Maria Salina

Lauschige Terrasse in Santa Maria Salina

Und schon bei diesem ersten Eindruck offenbarte sich die ganze Pracht der vegetationsreichen Insel: steil abfallende Klippen, schwarzsandiger Strand, üppig bewachsene Buchten und immer wieder lauschig gelegene Wohnsitze mit Meerblick in der typischen Architektur aus weißgekalkten Würfeln. Die Orte sind recht klein und haben wie Malfa und Santa Maria Salina dörflichen Charakter. Aufgrund ihrer romantischen Lage laden sie zum Verweilen ein, wovon ich in Santa Maria Salina ausgiebig Gebrauch machte. Immer wieder von der Küste aus zu sehen waren die Inseln Panarea und Stromboli und natürlich auch Lipari. Im kleinen Ort Pollara, im Nordwesten der Insel, wurde übrigens der Film „Il Postino“ (Der Postmann) mit Massimo Troisi und Philippe Noiret gedreht. Und im Nordosten der Insel, am Capo Fara, hat Sophia Loren ihren Sommersitz, den ich aber, weil er für den Ortsunkundigen offensichtlich gut versteckt ist, nicht ausfindig machen konnte.

02 Stromboli und Panarea

Stromboli und Panarea

Besonders reizvoll war die abendliche Anfahrt auf Milazzo, das im Sonnenuntergang seine ganze Pracht entfaltete, insbesondere mit der die Altstadt bestimmenden Burganlage und dem Dom. Darüber hinaus war in weiter Ferne, durch die aufsteigenden Rauchschwaden deutlich zu erkennen, der Gipfel des Etna zu sehen. Überhaupt zeigte sich Milazzo heute deutlich lebendiger als gestern. Überraschend, dass eine Stadt wie diese zwei so unterschiedliche Gesichter hat.

Hagen Schäfer

03 Milazzo bei Sonnenuntergang

Milazzo bei Sonnenuntergang

Über Hagen Schäfer

Dr. Hagen Schäfer hat an der TU Chemnitz und der Universität Leipzig Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft studiert und promovierte zum Hörspiel in der frühen Bundesrepublik. Er hat einige wissenschaftliche Aufsätze für Zeitschriften und Jahrbücher publiziert. Darüber hinaus ist er journalistisch tätig, schreibt kleinere Prosa und Hörspiele. In unserem Blog wird er auch dann und wann über seine Reisen berichten.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 1. September 2016 von in Aktuelles, REISE_koffer und getaggt mit .

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