Die Belletristen

Erzählkunst in allen Formen und Farben

Sizilien – Ein Reisebericht (14. Teil)

Der Abschied von Enna fiel nicht leicht. Ich erfuhr von der Wirtin, dass ich neben dem Engländer, der gestern Abend ankam, tatsächlich der einzige Gast in der Unterkunft war. Nach einem längeren Gespräch mit der Wirtin brach ich auf nach Palermo, nicht ohne vorher noch einmal in den Park um den Torre di Federico zu gehen und dort noch eine Weile zu lesen und italienische Filmmusik zu hören. Dann ging es mit dem Bus nach Palermo.

01 Teatro Politeama Garibaldi

Teatro Politeama Garibaldi

Die Autobahn Catania-Palermo gleicht über weite Strecken einer endlosen Brücke durch die Täler der Berglandschaft Zentralsiziliens. Beeindruckend waren vor allem die schroffen Berge der Madonie. Landschaftlich erinnert hier vieles an Spanien und Sergio Leone hätte seine Western durchaus auch in Sizilien drehen können, was aber wohl immer noch zu teuer und für das italienische Publikum nicht exotisch genug gewesen wäre.

02 Quattro canti

Quattro canti

Ankunft im Moloch von Palermo. Sofort wurde ich wieder in den Bann dieser Stadt gezogen. Heute waren besonders viele junge Leute unterwegs. Bereits die 13-jährigen werfen sich schon gekonnt in Pose – hier zählt nur die große Geste –, tragen die modischste Kleidung und zelebrieren das Nachtleben. Überall gibt es spontane Treffen und selbst ein einsamer Bürgersteig kann der Ort einer spontanen, unkonventionellen Party sein. Jeder hat etwas dabei, manchmal bedarf es aber nicht einmal dessen. Zur Begrüßung gibt es ein Küsschen links und ein Küsschen rechts und schon wird diskutiert und gestikuliert mit einer Impulsivität, die ihresgleichen sucht.

03 Straсenmarkt von Palermo

Straßenmarkt von Palermo

Ich besuchte noch einmal die zentralen Sehenswürdigkeiten Teatro Massimo, Quattro canti, Cattedral und das Teatro Politeama Garibaldi an der Piazza Ruggero Settimo. Ich nahm Abschied von Palermo und damit leider auch schon von Sizilien, denn Morgen in aller Frühe geht mein Flug zurück nach Berlin. Gern hätte ich mehr gesehen, beispielsweise das Valle dei Templi bei Agrigento, aber für die vierzehn Tage musste ich eine Auswahl treffen. Als kleines Resümee zu meiner Reise kann ich ohne zu übertreiben Goethes Satz zitieren: „Dass ich Sizilien gesehen habe, ist mir ein unzerstörlicher Schatz auf mein ganzes Leben.“

Über Hagen Schäfer

Dr. Hagen Schäfer hat an der TU Chemnitz und der Universität Leipzig Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft studiert und promovierte zum Hörspiel in der frühen Bundesrepublik. Er hat einige wissenschaftliche Aufsätze für Zeitschriften und Jahrbücher publiziert. Darüber hinaus ist er journalistisch tätig, schreibt kleinere Prosa und Hörspiele. In unserem Blog wird er auch dann und wann über seine Reisen berichten.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 10. September 2016 von in Aktuelles, REISE_koffer und getaggt mit .

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